Intralogistik neu aufgerollt


2-achsige Sequenzwagen bringen optimierte Bewegung in den Materialfluss

Die Vorteile der Systemlösung
• Effizienzsteigerung durch verkürztes Handling bei der Ein- und Auskopplung der Sequenzwagen
• Gewichtsreduktion der Sequenzwagen mit Einsparung der dritten Achse
• Kosteneinsparung bis zu 15%
• Einfache Montage durch Plug & Play, ideal zum Nachrüsten
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Ergonomische und bedarfsgerechte Materialbereitstellung ist ein integraler Bestandteil der modernen Serienproduktion. Bei Automobilisten, Nutzfahrzeugherstellern und in anderen Branchen werden dafür oft Routenzüge mit Sequenzwagen eingesetzt. Diese Systeme von schienenlos bewegten Rollwagen eignen sich insbesondere zur Bestückung von Montagearbeitsplätzen.

Klassische Rollenverteilung für Routenzüge: 3-Achssystem-Sequenzwagen mit Führungsrollen
Durch Zuladungsgewicht und Fahrgeschwindigkeit im Routenzugeinsatz werden hohe Anforderungen an die Rollen von Sequenzwagen gestellt. Die auftretenden Kräfte müssen verschleißarm abgefangen werden und der befahrene Boden darf nicht beschädigt werden – um nur zwei Beispiele zu nennen. Besonders wichtig beim Einsatz in Routenzügen ist, dass sowohl ein stabiles Geradeausfahren gewährleistet ist als auch die Möglichkeit, die Wagen im 90-Grad-Winkel zu bewegen. Um diese beiden Anforderungen in Einklang zu bringen, setzen die Trailer-Hersteller bislang meist ein 3-Achssystem mit Führungsrollen ein. Vier freibewegliche Lenkrollen vorn und hinten werden durch zwei starre Führungsrollen in der Mitte ergänzt. Wenn ein Sequenzwagen dann im 90-Grad-Winkel bewegt werden soll – zum Beispiel bei der Bereitstellung am Montageplatz – wird der Bodenkontakt der Führungsrollen per Wippe oder Pendelachse vorübergehend aufgehoben.

Das 3-Achssystem erfreut sich gerade in der Automobilindustrie großer Beliebtheit. Im Werksalltag zeigen sich dennoch auch bauartbedingte Grenzen. So lässt es sich beispielsweise nicht vermeiden, dass die starr geradeaus laufenden Führungsrollen bei Kurvenfahrten der Routenzüge Reibungs- und Bremseffekte bewirken. Die dadurch bedingten Verzögerungen kosten im Endeffekt Zeit, die sich in der durchgetakteten Serienproduktion schnell zu signifikanten Größenordnungen aufsummieren. Auch bei den häufig vorkommenden Rampenfahrten offenbart das System technisch bedingte Schwächen: beim Auffahren auf die Rampe bzw. beim Herunterfahren haben die Führungsrollen zeitweise keinen Bodenkontakt. Da durch die Steigung bzw. das Gefälle der Rampe zusätzliche Kraftmomente auftreten, ist der Wegfall der Richtungsstabilisierung hier besonders kritisch.

Rolleninnovation übernimmt die Führung ohne separate dritte Achse
TENTE hat anlässlich des expliziten Kundenwunsches nach einem alternativen System einiges an Ingenieurkompetenz investiert, um eine Lösung zu finden, die sämtliche Anforderungen an Sequenzwagen in Routenzügen erfüllt. Die Aufgabe, die sich die Entwickler gestellt haben, lautete: Wie kann man auf die dritte Achse, also auf die Führungsrollen, verzichten und trotzdem eine Richtungsstabilisierung für die Trailer erzielen? Die Antwort, die man bei TENTE gefunden hat, ist vom Prinzip her einfach, technisch gesehen jedoch durchaus anspruchsvoll. Die Führungsaufgabe wird von zwei neuartigen Rollen übernommen, die sowohl als Lenkrolle wie auch als Bockrolle fungieren können. Wird der Wagen geschoben, rasten die Rollen der Serie 4681 automatisch in Bockrollenstellung ein und sorgen dafür, dass der Wagen sicher und leicht in die gewünschte Richtung geschoben werden kann. Das Fahrverhalten entspricht dabei einem Wagen mit zwei Lenkrollen und zwei Bockrollen.

Beim Einsatz im Routenzug wird die automatische Richtungsfeststellung der Serie 4681 über ein Gestänge aufgehoben, so dass in Kurvenfahrten keine Bremsmomente durch Schieben mehr auftreten. Auch dann, wenn ein einzelner Wagen im 90-Grad-Winkel bewegt werden muss, sorgt die Aufhebung der automatischen Richtungsfeststellung für uneingeschränkte Bewegungsfreiheit. Sobald der Wagen anschließend wieder in Fahrtrichtung geschoben wird und die Deichsel angekoppelt wird rastet die Richtungsfeststellung der Rolle selbsttätig ein.

Auch bei Rampenfahrten behält der Bediener mit dem neuen System stets die volle Kontrolle über den Trailer. Alle vier Wagenrollen haben zu jedem Zeitpunkt der Rampenbefahrung vollen Bodenkontakt und die eingerasteten Rollen 4681 verhindern ein Ausbrechen des Wagens in eine Seitenbewegung.

Systemwechsel empfohlen: Umrüstung möglich
Die Vorteile des 4681-Systems gegenüber der klassischen Rollenverteilung im 3-Achssystem liegen auf der Hand. Unter dem Strich verkürzen sich die Transportzeiten und die Bedienungssicherheit wird erhöht. Schnell wird sich daher die Frage nach der Kostenbewertung stellen. Auch betriebswirtschaftlich laufen die neuen Rollen in jedem Fall in die richtige Richtung – denn das neue System ist deutlich wirtschaftlicher als das Klassische. Hinzu kommt, dass es nicht nur für die Ausrüstung neu produzierter Trailer geeignet ist, sondern auch für die Umrüstung vorhandener Wagen.